Vito PalumboKomponist
Profil

Klang als lebendige Form

Vito Palumbos Musik entsteht aus Zellen, die sich vermehren, einander anziehen und verwandeln. Farbe, Geste und räumliche Wahrnehmung sind aktive Kräfte der Formbildung.

Ausbildung und Auszeichnungen

Nach seiner Ausbildung am Konservatorium absolvierte Palumbo weiterführende Studien bei Azio Corghi an der Accademia Musicale Chigiana und der Accademia Nazionale di Santa Cecilia. Das von Luciano Berio verliehene Sonderstipendium und der Goffredo-Petrassi-Preis des Jahres 2005 markieren zwei entscheidende Anerkennungen seiner kompositorischen Persönlichkeit.

Als Preisträger zahlreicher nationaler und internationaler Kompositionswettbewerbe hat er ein Werkverzeichnis entwickelt, das große Orchesterwerke, Solokonzerte, Ensemble- und Kammermusik, Musiktheater, Vokalmusik und Elektronik umfasst.

Aufträge, Uraufführungen und Institutionen

Seine Werke wurden in zahlreichen Ländern unter anderem vom London Symphony Orchestra, Ensemble intercontemporain, CEPROMUSIC Ensemble, von der Camerata Bern, dem Athenaeum Quartett der Berliner Philharmoniker, dem Helsingborgs Symfoniorkester, Gävle Symfoniorkester, der Orquesta Sinfónica del Estado de Puebla, dem Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI, der Staatsphilharmonie Oradea, der Filarmonica Arturo Toscanini und der Istituzione Sinfonica Abruzzese in Auftrag gegeben oder aufgeführt.

Zu den Institutionen und Festivals, die seine Musik präsentiert haben, zählen die Académie de France à Rome, das Auditorium Parco della Musica, Nuova Consonanza, das Festival Pontino di Musica, das Parade Contemporary Music Festival in Peking, die Accademia Musicale Chigiana, die Fundación Botín in Santander, die Enescu Foundation, Future 99 in Crest, das Festival Radio France Occitanie Montpellier, das Barockmuseum Salzburg, das Minnesota Marimba Festival and Conference, die Fondazione Teatro Petruzzelli, das Teatro Grande di Brescia sowie die Italienischen Kulturinstitute in Oslo und Belgrad.

Interpretinnen, Interpreten, Dirigenten und Ensembles

Er arbeitete mit Interpretinnen und Interpreten wie Patricia Kopatchinskaja, Dan Laurin, Francesco D’Orazio, Anna Paradiso Laurin, Bahar Dördüncü, Luca Quintavalle, Mario Marzi, Niki Lada, Susanne Kessel, Duccio Ceccanti, Mats Olofsson, Ivan Donchev, Nicola Mazzanti, Nicola Fiorino, Giampaolo Nuti, Michele Marelli, Ivan Mancinelli, Christina Schorn, Michele Lomuto, Francesco Pepicelli, Tony Capula, Luis Aracama, Giulia Peri, Mario Caroli und Sante Tursi zusammen.

Zu den Dirigenten zählen Lee Reynolds, Jaime Martín, Stefano Trasimeni, Magnus Fryklund, Marco Angius und Marcello Fera. Zu den Ensembles gehören Ensemble intercontemporain, Camerata Bern, El Cimarrón Ensemble, Norrbotten NEO, Duo Alterno, AuditivVokal Dresden, Ensemble Conductus, Algoritmo Ensemble, New Made Ensemble, ContempoArt Ensemble, Freon Ensemble, NYKY Trio, Laborintus Trio, Ensemble Suono Giallo, Ianus Piano Duo, Dèdalo Ensemble, Stenhammar Quartet, Fiarì Ensemble, Camerata Musicale Mistà und Collegium Musicum.

Musiktheater, Rundfunk und Fernsehen

Seine Arbeit im Musiktheater festigte sich in einer zehnjährigen beruflichen Zusammenarbeit mit der Schauspielerin und Sängerin Sonia Bergamasco. Die Stimme wird dabei als Übergangsraum zwischen Sprache, Gesang, Phonem, Geste und szenischer Handlung erforscht.

Seine Werke wurden von RAI Radio3, Rai Tre, Rai Music, ARTE France, Sky Classica, Radio France und Radio Wien ausgestrahlt.

Diskografie und monografische Projekte

Seine Diskografie umfasst Veröffentlichungen bei BIS Records, Rai Trade, Stradivarius, Digressione Music, Brilliant Classics, Ars Spoletium und Kessel Music Projects. Für BIS Records stand Palumbo im Mittelpunkt monografischer Projekte zu seiner konzertanten und orchestralen Musik.

Das Recorder Concerto entstand als Auftrag des Gävle Symfoniorkester und Dan Laurins für das Aufnahmeprojekt Three Concertos. Am 17. September 2016 wurde das Violin Concerto im Studio One der Abbey Road Studios mit Francesco D’Orazio, dem London Symphony Orchestra und Lee Reynolds aufgenommen. Das bei BIS Records erschienene Album Woven Lights erhielt in der internationalen Fachpresse mehr als zwanzig Fünf-Sterne-Rezensionen und wurde für die International Classical Music Awards nominiert.

Verlage und Editionen

Seine Partituren wurden bei Ries & Erler Musikverlag in Berlin, Suvini Zerboni in Mailand und Edizioni Musicali Rai Com in Rom veröffentlicht. Das Werkverzeichnis umfasst darüber hinaus Kompositionen, die derzeit direkt beim Komponisten erhältlich sind.

Poetik und musikalische Forschung

Nach den postmodernen Erkundungen seiner frühen Schaffensphase vertiefte Palumbo seine Auseinandersetzung mit dem Musiktheater und den Möglichkeiten der Stimme. In Werken wie Butterfly, Cinque di Cuori, Il Catalogo, Sinforosa, La machine de sons, Comuni-Canti und Les Animaux untersucht er Formen der Stimmerzeugung, Phoneme und die Beziehungen zwischen Klang und Geste.

Sein jüngeres Schaffen konzentriert sich auf die Großform und auf neue Möglichkeiten orchestraler Farbe und Textur. Violin Concerto, Clarinet Concerto, Piano Concerto, Recorder Concerto, Double Concerto for Guitar and Marimba, Drops, Fragile und Dark Clouds begreifen Form als ein organisches Netzwerk miteinander verbundener und voneinander abhängiger Momente und Gesten.

Das als Farbe verstandene Timbre führt zur Idee des »Klang-Lichts«, die in Chaconne durch das Zusammentreffen von Elektronik und Instrumenten sowie durch in den Orchestersatz integrierte erweiterte Spieltechniken entwickelt wird. Das Interesse an Astronomie richtet diese Forschung auf einen abstrakten Klangkern, der sich in großen, einsätzigen Bögen entfaltet: eine kontinuierliche kosmische Energie, von der die Hörenden einen umgrenzten Punkt wahrnehmen.

Musiker und Komponisten über Vito Palumbo

Azio Corghi

Francesco Filidei

Francesco D’Orazio

Bahar Dördüncü

Dan Laurin

Philippe Schoeller

Francisco Coll

Johannes Maria Staud

Fred Popovici

Gérard Pape

Geoffrey Gordon

Robin de Raaff

Andrea Portera

Helen Grime

Kenneth Hesketh